ZENTRALE HANDLUNGSFELDER

für Bremens Zukunft

INFRASTRUKTUR

Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Basis für die Entwicklung insgesamt. Ohne eine funktionierende Infrastruktur können weitergehende Wachstumsstrategien nicht erfolgreich sein. Für das Land Bremen als Standort weltweit agierender Häfen- und Logistikunternehmen kommt der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der bremischen Häfen und der Logistikinfrastrukturen eine zentrale Bedeutung zu. Hierfür sind der Erhalt und der bedarfsgerechte Ausbau einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar. Hinzu kommt die Notwendigkeit bedarfsgerechter Entwicklungen im Bereich der Gewerbeflächenausstattung, im Öffentlichen Personennahverkehr, in der Verbesserung der Barrierefreiheit, der Elektromobilität und der digitalen Infrastruktur sowie der weiteren Entwicklung erneuerbarer Energien und ihrer Industrien.

Das Land Bremen hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem international anerkannten Standort der Wissenschaft und einer damit eng verbundenen Wirtschaft entwickelt. Gerade für den Wissenschaftsbereich mit seinen vielfältigen positiven Wirkungen (Innovation, Transfer, hochqualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten, Hochschulausbildung) müssen moderne Infrastrukturen bereitgestellt werden. Innovationsorientierung wird dabei eine grundlegende Anforderung an die Wirtschaft sein. Mittels vielfältigen Forschungstransfers müssen Wissen und Erkenntnisse Eingang in die Unternehmen finden. Die Entwicklung und Stärkung von Startup- Potentialen kann insbesondere den Dienstleistungssektor stärken und ebenso gerade jüngere Menschen dauerhaft für unsere Städte gewinnen.
Bei der Einwohnerentwicklung steht das Land Bremen im Wettbewerb mit anderen Ballungsräumen und auch innerhalb der Region Bremen. In den letzten Jahren ist es Bremen und Bremerhaven dabei nicht in ausreichendem Maße gelungen, insbesondere junge Menschen und Familien in unseren beiden Städten zu halten. Wachsende Einwohnerzahlen sind bislang vor allem das Ergebnis von Zuwanderung aus dem Ausland gewesen. Aufgrund der Bedeutung der Einwohnerentwicklung für die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Perspektive des Landes sind deshalb verstärkte Anstrengungen notwendig. Hierbei sind auch die Entwicklungen und Angebote in den umliegenden Städten und Gemeinden auf Übertragbarkeit innerhalb Bremens zu bewerten.

Dabei erfordert das Ziel lebenswerter, sozialer Städte nicht nur ausreichende Wohnraumangebote für alle Bevölkerungsgruppen und Nachfragesegmente. Wachsende Städte benötigen auch gute und zukunftssichere Arbeitsmöglichkeiten, eine attraktive Wissenschaftslandschaft, eine qualitativ wie quantitativ ausreichende und auf die besonderen Bedarfe in den jeweiligen Quartieren angepasste soziale Infrastruktur: in der Kinderbetreuung, der lebenslangen Bildung, durch Freizeitangebote für junge Menschen und attraktive Sportgelegenheiten sowie in der gesundheitlichen Versorgung, durch stadtnah erlebbare Natur und nicht zuletzt durch sichere Stadtteile und Quartiere. Bremen wie Bremerhaven brauchen attraktive, in die Region ausstrahlende Innenstädte und Zentren, die für die Stadtentwicklung ebenso wie für den gewachsenen und weiter stark wachsenden Städtetourismus von zentraler Bedeutung sind. Erforderlich ist ebenso, auf eine gute Nahversorgung und attraktive Zentren in den Stadtteilen als Kristallisationspunkte urbanen Lebens zu achten. Die Quartiere und Nachbarschaften unserer Städte sind weiter zu entwickeln und aufzuwerten. Ein Auseinanderdriften der Stadtteile im Sinne einer weiteren Vertiefung der sozialen Spaltung muss gerade auch im Interesse der Gesamtstadt vermieden werden und macht deshalb verstärkte Anstrengungen notwendig. Funktionierende Nachbarschaften bleiben ein wesentliches Element für die Lebensqualität, das Image und die Attraktivität unserer Städte. Gleichzeitig geht es darum, dass alle unabhängig von Einkommen, Herkunft oder körperlicher Beeinträchtigung am Leben in unseren Städten teilhaben können.
Bremen und Bremerhaven haben einen hervorragenden Ruf in der wissenschaftlichen und der beruflichen Bildung und Ausbildung. In der frühkindlichen und schulischen Ausbildung werden von Seiten des Landes erhebliche Anstrengungen unternommen. Insbesondere vor dem Hintergrund der gestiegenen Zuwanderung aus dem Ausland sind weitere und noch zu verstärkende und vor allem passgenaue Anstrengungen erforderlich, um allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten der Eltern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Ziel ist die bestmögliche Förderung von Begabungen und Talenten. Mit gezielten Angeboten sollen dabei sowohl Kinder mit höheren Unterstützungsbedarfen als auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler so unterstützt werden, dass Qualität und Ergebnisse des Schulsystems in Bremen und Bremerhaven Anschluss an das deutsche Großstädteniveau finden.

Um auch Fachkräfte im Land Bremen zu halten und/oder zu gewinnen, fällt einer attraktiven sozialen Infrastruktur – insbesondere quantitativ und qualitativ überzeugende Kindergärten und Schulen - eine Schlüsselrolle zu. Gute Bildung und Ausbildung sind zugleich der Schlüssel für die Vermeidung von Arbeitslosigkeit und Armut, gesellschaftliche Teilhabe und Aufstieg und wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit der Unternehmen. Es muss dafür in der kommenden Dekade gelingen, die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig aufzubrechen und deutlich zu reduzieren.

Hierfür ist ein durchgängiges, qualitativ hochwertiges und die besonderen Lagen in einzelnen Quartieren berücksichtigendes Bildungsangebot notwendig, das schon in der Krippe beginnt und über Grundschule und weiterführende Schulen bis hin zur beruflichen und universitären Bildung alle Bereiche öffentlicher Daseinsvorsorge im Bildungsbereich umfasst. Dabei hängt der Erfolg des Bildungssystems maßgeblich von qualifiziertem Fachpersonal ab, das entsprechend modern aus- und fortgebildet werden und auch im Umfang den Erfordernissen der Schulen entsprechen muss.

Die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung eines leistungsfähigen und attraktiven Hochschul- und Wissenschaftssystems ist eine Bedingung, um die positiven Effekte für die Wirtschaftsregion, für den Arbeits- und Beschäftigungssektor und für das Einkommen- und Steueraufkommen von Bremen und Bremerhaven auch zukünftig zu erhalten.
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